Wanderweekend 2018

Für kurz angebundene:

 

Wir waren in Stoos und es war schön.

 

 

 

Für alle anderen:

 

Freitag

 

Die Anreise ins Wanderwekend erfolgt auch dieses Jahr individuell, mit ÖV, Auto, Fahrrad und zu Fuss ist alles dabei. Einige schliessen Fahrgemeinschaften Andere reisen alleine. Ort und Unterkunft wurde eigenmächtig vom selbsternannten Organisator des Wanderweekends bestimmt. Eine genaue Zeit wurde allerdings nicht vereinbart, dennoch treffen alle zwischen 17:00 und 18:00 Uhr im Hotel Alpstubli in Stoos ein. Die Ersten lassen sich sogleich in die Liegestühle auf der Terrasse fallen und genehmigen sich einen Apéro. Nach und nach wird die Runde grösser und die Gemütlichkeit steigt. Nach der Ankunft des Organisators in Gestalt unseres Präsidenten und den damit verbundenen organisatorischen Anweisungen gilt die nächste Aufmerksamkeit dem Zimmerbezug. Die Zimmer wurden in gewohnt monarchischer Form im Voraus vom Organisator zugewiesen. Als nächstes versucht jeder die Zimmergenossen davon zu überzeugen, den Zimmerschlüssel an der Rezeption entgegenzunehmen. Meinerseits verlor ich gegen meine Zimmerpartner Sevi und Silvan. Mein Ärger über die erhaltene Aufgabe und die damit verlorene Gemütlichkeit verfliegt allerdings, als ich im Zimmer das Einzel- und das Doppelbett erblicke. Zurück in der Liegestuhlrunde gratuliere ich den Beiden sogleich für die gewonnene nächtliche Zweisamkeit.

 

Der nächste erwähnenswerte Moment ist das Nachtessen. Das Menu hatten wir kurz zuvor, ebenfalls unter präsidial-monarchischen Anweisungen unseres Organisators, im Voraus bestellt. Während dem Essen wird wie gewöhnlich über wichtiges und weniger wichtiges diskutiert, es gibt nur kurz durch die ortsansässige Feuerwehr, eine Unterbrechung.

 

 

In diesem Sinne sogleich ein Spendenaufruf:

 

Die Feuerwehr Stoos sucht dringend finanzielle Unterstützung für den Erwerb eines neuen Dienstfahrzeuges. Für das aktuelle sind keine Ersatzteile mehr erhältlich 😊

 

 

 

Im fortschreitenden Abend die erste Überraschung:

 

Remo hat für Samu einen Kuchen gebacken, da dieser heute seinen Geburtstag feiert. Da Schnapszahlen mit Schnaps begossen werden müssen, spendierte das Geburtstagskind eine Runde Hausspezial für Alle; Honigchrüüter. Die Hoffnung, dass der Honig im Honigchrüüter eine tragende Rolle übernimmt, wurde leider zerstört, er schmeckt hauptsächlich nach Chrüüter…uns so würgen wir das Zeug runter.

 

 

 

Im noch fortgeschrittenerem Abend, also kurz darauf, bereits die zweite Überraschung:

 

Eine Geburtstagstorte vom Hotel, organisiert von Manu, Samus Freundin (nicht dieselbe Manu wie folgend im Text erwähnt). Keiner hat noch Kapazität, essen tun wir sie trotzdem. Der Honigchrüüter bleibt uns diesmal (leider?) verwehrt. Angesichts der bevorstehenden Tour am Samstag gehen alle verhältnismässig früh zu Bett. Das Schlusslicht bilden Samu und Pascal, letzterer natürlich nur zwecks Berichterstattung.

 

 

 

Samstag

 

Um 08:00 Uhr treffen sich die Meisten zum Zmorge und um 09:00 Uhr treffen Jene ein, welche nicht bereits am Freitag anreisen wollten oder konnten. Nach dem vollzähligen Aufmarsch der Truppe, dieses Jahr müssen wir nur auf Heinz verzichten, hält unser Präsident eine kurze Begrüssungsansprache und erklärt die Tour:

 

Start in Stoos mit dem Aufstieg über die Metzg auf den Klingenstock, die Gratwanderung über den Huserstock zum Fronalpstock mit anschliessendem Abstieg zurück nach Stoos. Alles in allem ca. 14km und 1200 Höhenmeter. Für die technisch nicht sehr anspruchsvolle aber lange Tour werden dem Fitnessgrad entsprechende Laufgruppen gebildet. Es gibt jeweils die Möglichkeit zum oder vom Klingen- und Fronalpsock das Bähndli zu nehmen.

 

 

 

Sogleich machen wir uns auf. Ich gehöre zur Gruppe welche die gesamte Tour absolviert, diese wird von Samu und René angeführt. Die Erfahrung zeigt, dass René diese Position halten wird, Samu hingegen eher die Schlusslichtposition zufällt. Ich selber halte mich an den sichersten Platz in der Gruppe neben Firstaid-Remo, sein 1.-Hilfe-Set nimmt mindestens 50% seines Gepäcks in Anspruch. In der Metzg die erste Pause. Es ist bereits richtig Heiss. Der ortsansässige Bauer hat sich den Tourismus zunutze gemacht und einen kleinen Kiosk aufgestellt. Samu, seit dem ersten Anstieg übrigens das Schlusslicht, mimt den Kioskverkäufer.

 

 

 

Der nächste Abschnitt der Wanderung ist der Anspruchsvollste und wird begleitet durch ständiges Kuhglockengebimmel und Rindern welche immer mitten auf dem Weg stehen. Bei einer solchen ‘Rindermittenaufdemweg’-Begegnung offenbart mir Roger, dass es eines seiner Lebensziele sei, einmal eine Kuh umzustossen…wir kommen zum Schluss, dass Rinder keine Kühe sind und belassen es bei einem Ziel. Für die letzten Meter zum Klingenstock pumpt uns Prisca noch mit Traubenzucker voll. Auf dem Klingenstock stösst die erste Bähndligruppe zu uns und es wird Zeit für den Gipfeltrunk. Man hat die Wahl zwischen: Vieille Prune von Sevi, Honigwhiskey von Eli und Sambucca-Baileys von Manu. Wir sind uns einig, dass einige alkoholische Getränke kombiniert werden könnten, Sambucca und Baileys gehörten nicht dazu, entsprechend werden auch nur 2 der 3 Flaschen leer.

 

Die folgende Gratwanderung ist übersichtlich, stufen- und touristenreich. Der Weg ist sehr gut befestigt und mühelos zu bewältigen. An einem grossen Holztisch machen wir in der brütenden Sonne Mittagshalt. Nach 5 Minuten dummer Sprüche und lautem Gelächter haben wir, unbeabsichtigt, die Hälfte der übrigen Touristen vertrieben und genügend Platz zum Sitzen. Diejenigen welche zum Zmittag eher weniger organisiert hatten profitieren von denen welche sich überorganisierten. Ich habe 3 Flaschen Weisswein dabei.

 

 

 

Der weitere Weg gleicht der Zürcher Innenstadt; Hunderte Touristen welche mit Turnschuhen und Ballerinas von Bähndli zu Bähndli (Fronalpstock – Klingenstock) spazierten. Wir fühlen uns mit unserer Wanderausrüstung schon fast fehl am Platz. Kurz vor dem Fronalpstock können wir sogar noch einen Heiratsantrag miterleben (Sie hat Ja gesagt…wir applaudieren). Auf dem Fronalpstock treffen wir auf die zweite Bähndligruppe und nehmen neben dem Streichelzoo einen Apero (ein Streichelzoo!...auf dem Gipfel!?). Daraufhin entscheiden sich einige für den Fussweg ins Tal, vorbei an der riesigen Holzstatue von Heinz 😊 und mit atemberaubender Aussicht auf den Vierwaldstättersee. Die Strecke ist diesmal alpiner und völlig Touristenarm. Auf halben Weg gibt es einen Zwischenhalt in einer Beiz (hier ist Samu wiederum der Erste). Der Beizer, welcher mich an Kurt Aeschbacher erinnert, hat ziemlich einen sitzen und die Après-Ski-CD läuft in der Musikanlage…passt für uns…wir genehmigen uns Einen, Kurt spendiert später sogar einen Snack.

 

 

 

Zurück im Hotel setzen wir uns gleich wieder in die Festwirtschaft um die Zeit zum Abendessen zu überbrücken. Nach dem Essen spendiert Eli eine runde Saurer Apfel während Manu versucht ihren Gipfeltrunk noch loszuwerden. Gerda und René finden derweil heraus, dass sie beide (vor ca. 100 Jahren) in denselben Kindergarten gingen, womöglich noch zur selben Zeit…was es nicht alles gibt. Angesichts der zurückliegenden Tour gehen alle verhältnismässig früh zu Bett. Das Schlusslicht bilden Samu und Pascal, letzterer natürlich nur zwecks Berichterstattung.

 

 

 

Sonntag

 

Wiederum Zmorge um 08:00 Uhr mit anschliessender Zimmerabgabe. Das Gepäck dürfen wir im Hotel deponieren. Nach kurzer Absprache beschliessen wir eine kurze Tour zur Alp Trölingen zu unternehmen. Alle sind noch etwas Müde vom Vortag und daher ist die Stimmung etwas verhalten. Der Weg ist weiter als gedacht und wir erreichen nach gut 1 Stunde unser Ziel. Eingekreist von Bergmassiv liegt die Alp in einem Bergkessel und wir sehen von weitem die Sonnenschirme der Festwirtschaft. Bei näherem Betrachten stellt sich allerdings heraus, dass unter den Schirmen keine Tische stehen, sondern Schweine liegen. Glücklicherweise stehen die Tische doch noch hinter dem Haus. Wir gönnen uns ein Käse- und Fleischplättli und schauen dem Hofhund zu, welcher die, auf der Weide verstreuten, Kühe in den Stall treibt. Nach kurzem Disput, wer genau was bezahlen darf, machen wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Nach einem Glacé und einem kühlen Getränk verabschieden wir uns von einem geselligen und gelungenen Wanderweekend. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Samu für’s Organisieren. Wir freuen uns bereits auf’s nächste Jahr!

 

 

 

Berichterstattung Wanderweekend

 

Pascal Niederhauser