Wanderweekend 2020

Für kurz angebundene:

 

 

Wir waren auf der Göscherenalp und es war schön!

 

 

 

Für alle anderen:

 

 

Freitag (Ankommen und einstimmen)

 

Traditionellerweise reist man bereits am Freitag an und so finden sich auch dieses Jahr am Freitagabend fast alle schon auf der Göscheneralp ein. Ebenfalls schon fast Tradition die individuelle Anreise…Ökoterroristen reisen mit ÖV oder Fahrrad…Ökoneutralisten bilden Fahrgemeinschaften und Ökoantagonisten bilden Fahrisolationen.

 

Gemütlich sitzen die ersten auf der Terrasse und stossen mit Begeisterung auf die kommenden Tage an. Man gibt sich Mühe freundlich zu sein…denn stets hegen wir das Ziel der nächtlichen, liberalen Gaststubennutzung…ausgedeutscht: Wir wissen das für unsere Verhältnisse die Bedienung viel zu früh ins Bett geht und wir daher gerne noch etwas sitzen bleiben wollen und danach selber abschliessen. Bis dahin auch alles gut soweit…der Wirt versichert uns, dass wir am Abend auch gerne auf der Terrasse sitzen dürfen, wenn wir nicht gerade wie die Gäste vorheriger Woche uns lautstark ein Fondue genehmigen. Wir versichern, dies wird sicher nicht vorkommen…auch wenn sogleich ein inniges Verlangen nach einem herzhaften Fondue entsteht…naja wir haben, rein theoretisch, auch die Chance eines zu kriegen, vielleicht ist ja an einem der Halbpension-Nachtessen eines geplant (soweit vorneweg…war es nicht…wir wurden enttäuscht, aber die Fonduejahreszeit kommt ja noch). Zurück zum Thema: Wegen des nächtlich viel zu frühen Ausscheidens der wichtigsten Person der Gaststätte, namentlich der Getränkekammerschlüsselbesitzerin, haben wir wie immer vorgesorgt und genügend flüssiges Gold mitgebracht. In diesem Moment erreicht eine weitere Gruppe unser Übernachtungs- und Verpflegungslokal Dammagletscher…augenscheinlich Ökoneutralisten. Einer steigt aus, wir wollen Silvans Name an dieser Stelle nicht nennen, trägt zwei 24 Pack Dosenbier auf die Restaurantterrasse, stellt Sie lautstark auf den Tisch, nimmt eines, öffnet es, trinkt es…der Wirt steht 10m daneben…

unsere Chance zur nächtlichen, liberalen Gaststubennutzung ist gerade um 200 Prozentpunkte gefallen (wir haben aber genug konsumiert um das verlorene Vertrauen wieder wettzumachen). Das folgende Nachtessen mussten wir um 1 Stunde verschieben, da unsere Hoheit el Presidente (wird Namentlich nicht erwähnt…ist aber derselbe wie immer) und seine Gefolgschaft zu spät kam. Das Essen war table d’hôte aber lecker. Dem darauffolgenden gemütlichen Zusammensein stand nichts im Weg bis wir dann schliesslich doch aus dem Speisesaal vertrieben wurden…wenige haben sich dann noch einen Schlummi auf der Terrasse genehmigt und den Sternenhimmel genossen…ich natürlich nur zwecks Berichterstattung.


 

 

Samstag (Steine und Regen)

 

Grosser Wandertag…aber erst mal gemütlich Zmörgele…an dem Zmorgebuffet war wirklich nichts auszusetzen und somit konnten wir uns ausreichend stärken. Anschliessen trafen noch die wenigen fehlenden Wochenendteilnehmer ein und wir machten uns bereit zum Wandern.
Kurz zur Wanderroute:

 

Wir starteten beim Restaurant Dammagletscher auf ca. 1900müM und entlang der Südseite des Göscheneralpsees hoch zur SAC Dammahütte auf 2400müM für das Mittagessen und wieder runter und an der Nordseite vom Stausee wieder zurück…Total ca. 12km und 1000 Höhenmeter.

 

Wir machten uns also bei schönstem Wetter auf den Weg (Achtung Spoiler…blieb leider nicht so). Wir liefen also die steinige aber durchaus schöne Route dem See entlang in Richtung Hütte.

 

Die Laune war super und kurz vor dem Aufstieg zur Hütte gab es von Samu und Manu noch einen kleinen Apero…wir durften den Käse von Ihrer Ehe-Leih-Kuh probieren (eine andere Geschichte). Wir machten uns mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten an den steilen Aufstieg zur SAC-Hütte und trudelten folglich auch einer nach dem anderen dort oben ein. Einige der langsamen Gruppe hatten auf dem Weg noch eine verunfallte, folglich tote, Geiss entdeckt (di schwache nimmts), wir hatten aber keinen Grill dabei und haben Sie daher liegen gelassen (an die empörten Tierschützer: Wir haben anschliessend den Älpler informiert, mehr hätten wir wirklich nicht tun können).

 

Oben auf dem ‘Gipfel’ gab es Mittagessen…Älpler-Macronen…man ist ja schliesslich auf der Alp. Dann begann es zu nieseln und die Idee von einigen, den rückwertigen Klettersteig als Abstieg zu nutzen, musste verworfen werden. Regen war eigentlich erst am Abend angesagt daher hat es einige von uns kalt erwischt…oder besser Regenjackenlos erwischt. Das nieseln wurde später zu Regen und daher wurden Regenjackenlose wie ich ziemlich nass. Richtig kalt war es aber nicht und daher ertragbar. Auch auf dem Nachhauseweg gab es wieder mehrere Tempogruppen welche es aber alle, mehr oder weniger durchnässt, ans Ziel schafften. Idealeres Wetter für einen Zwetschgenlutz gibt es nicht und so haben wir auch unsere Pause zum Nachtessen überbrückt.

Spätzli und Braten waren wirklich superfein. Wir waren alle müde vom Wandern liessen uns aber ‘Hosenabe’ und ‘Zapfejass’ nicht nehmen…nach dem wiederholten rausschmiss am sehr späten Abend gab es dann noch ein/zwei Hülsen auf der Terrasse und es wurde noch ein Arschl*** gekürt. (Isch das so? Ja das isch so!)

 

 

 

Sonntag (Geile Geisse Scheiss)

 

An einen solchen Zmorge kann man sich echt gewöhnen…aber es hilft nichts…wir müssen packen und auschecken. Wie gewohnt unternehmen wir am Sonntag noch etwas Kleines. Da unser Ohneglied Jasi den Sommer auf der Göscheneralp als Geissenhirtin verbracht hat, haben wir eine entsprechende Führung erhalten. Da Jasi arbeiten…also Geissen hüten…also in der Sonne in der Wiese liegen und den Geissen beim fressen zuschauen musste…was sicher ziemlich anstrengend ist…konnte Sie die Führung nicht selber machen.
(Anm. natürlich ist es sicher anstrengend in der herrgottsfrühe Geissen zu melken, den ganzen Tag in den Bergen den Viechern ‘nah z’seckle’ und am Abend die störrischen Tiere zu versorgen und nochmals zu melken….aber ich schreibe den Bericht und darf daher behaupten was ich will 😉)
Die Führung übernahm der Alphirt und er erklärte uns so einiges über ihren Betrieb und die Geissen sowie das Umland mit dem Stausee und den Bergen. Wir konnten Milch frisch von der Geiss kosten und zum Abschluss gab es Käse- und Fleischplatte (natürlich von der Geiss) sowie Weisswein (natürlich nicht von der Geiss…auch wenn diese ein farblich ähnliches, aber geschmacklich sehr differentes Produkt regelmässig produzieren).

Alles in allem wiederum ein sehr gelungenes Wanderweekend, wie immer vollumfänglich organisiert von unserem Präsi Samu. Das Dankeschön an Ihn kommt wiederkehrend jedes Jahr, aber wir sind auch jedes Mal aufs Neue vollauf begeistert. Messi Samu…wir freuen uns bereits aufs nächste Jahr.

Tex: Pascal Niederhauser